Sonntag, 28. Oktober 2012

Sonntagskochen nach Österreich vegetarisch quer durch Deutschland

Wenn die Twitterdamen tratschen, kommen meist verrückte Ideen raus. Neben gemeinsamen Königshochzeitsschnatterorgien wird ab und zu auch gekocht.

Und da genau wie ich die Damen Excellensa, Cucina Casalinga und Lunchforone das Buch von Katha Esskutur "Österreichisch vegetarisch" besitzen, war es naheliegend an diesem Wochenende zwei Gerichte gemeinsam "virtuell" nachzukochen. Und zwar "Schupfnudeln mit Rotkraut". Als Süßspeise einigten wir uns auf den "Griessschmarren". Schupfnudeln waren ja klar, sind wir schließlich 3 Schwäbinnen und 1 Bayerin.

Per Twitter und Instagram (#öveg) wurde fleissig berichtet und da ich beide Gerichte erst Sonntags gekocht habe, konnte ich die Tipps der anderen berücksichtigen. Danke dafür :-)

Los ging es bereits Samstag auf dem Markt. Ein passender Blaukrautkopf war schnell gefunden. Und  nachdem Frau Excellensa auf Twitter von der Kombi Schupfnudeln, Baukraut und Wild erzählt hatte, war ich nicht zu halten. Am Wildstand meines Vertrauens hüpfte eine Keule vom Hirschkalb in meinen Einkaufskorb. Ich wollte natürlich nicht unhöflich sein und das arme Ding abweisen...


Weiter ging es am Samstag mit den Vorbereitungen des Rotkrauts. Es wollte in Orangensaft, Wein und Preiselbeeren eingelegt werden und so eine Nacht im Kühlschrank verbringen. Kein Problem. Geschnitten habe ich übrigens von Hand. Reiben war eher schwer, seit mein Vater sich mal ein Stück Fingerkuppe  in den Kartoffelsalat.. stehe ich ein bisschen auf Kriegsfuss mit solchen Gerätschaften.


Am Vorabend wurden auch die mehligen Kartoffeln für die Schupfnudeln gekocht. Und flott im Schnee abgekühlt. Von dem hatten wir ja genug.

Sonntag morgen gings gleich los mit dem Kochen des Rotkohls. Parallel wurde der Hirsch zu Gulasch und durfte für 3 Stunden mit Schmorgemüse, Wein und Fond in den Schmortopf. Ganz langsam schmorte er vor sich hin. Beides hat dem ganzen Haus einen wunderbaren Duft verliehen.


Nachmittags wurde der Griesschmarren vorbereitet. Passend zum Besuch. Ich war erst skeptisch ob der Konsistenz. Obwohl ich die Tipps der Twittermädels bereits berücksichtigt hatte (weniger Griess) war er doch recht fest.


Nachdem bereits Frau Excellensa sich gestern die Pfoten verbrannt hat, dachte ich mir "wie kann denn sowas passieren". Ganz einfach, die Pfanne anfassen. So wie ich auch. Gut, dass wir jede Menge Schnee zum Kühlen hatten.


Aber eines ist klar, die Schmerzen haben sich gelohnt. Der Schmarren schmeckt fantastisch. Wir haben ihn einfach so pur gegessen. Übrigens meine Schmarrenpremiere. Ich bin sehr zufrieden. Das gibt's sicher wieder. Auch wenn ich nicht so der Süßzahn bin.
Bin ganz schön froh, dass sich das Ergebnis gelohnt hatte. Nachdem auch nach Jahrzehnten das erste Mal wieder die Milch übergekocht ist. Übergekocht!! Dabei hatte ich ich nur kurz zum Rezept umgedreht... Sachen gibts!


Für die Schupfnudeln habe ich die Menge der Zutaten halbiert. Die Kartoffeln wurden natürlich durch meine Oma-Spätzlespresse gedrückt. Dank der Tipps von den Mädels habe ich erst mal weniger Mehl genommen. Das ging sich gut aus (ha, österreichische Redewendung, gelernt von Mitbewohnerin, damals als ich noch jung war ;-)


Nach dem rasten des Teigs wurde er dann geformt und mein neues Riesenbackbrett kam zum Einsatz.
Ging recht gut, war nur eine Riesenmenge, trotz halbem Rezept. So bekam der Kaffeebesuch noch eine Portion mit auf den Heimweg.


Die Schupfnudeln habe ich kurz gekocht und aptropfen lassen. Schon die ersten Probiererle waren vielversprechend. Ich muss ja gestehen. Als Schwäbin habe ich bisher noch nie Schupfnudeln bzw. Buabaspitzla selbst gemacht. Das liegt daran, dass ich immer mal wieder in Restaurant oder auf dem Weihnachtsmarkt probiert habe - und ich die einfach nur grässlich fand. Dick, fest, bah. Deshalb waren Schupfnudeln bis heute grundsätzlich kein Thema innerhalb meines Ernährungskosmos. Bis heute!


Das Finale war eines der besten Essen, die es seit langer Zeit bei uns gab. Das Kraut fruchtig, einfach genau wie ich es gerne mag. Dazu das Ragout vom Hirschkalb, nach der langen Schmorzeit zerfiel es schier auf der Gabel. Und erst das Sößle, hmmmlecker. Für mich der Shooting Star waren aber die Schupfnudeln. Luftig, locker, noch kurz in Butter geschwenkt. Ab sofort sind die innerhalb meiner Lieblingsspeiseliste ganz oben :)


Erwähnenswert ist auch der Wein. Der blaue Zweigelt von Ewald Gruber hat ausgezeichnet zum Essen gepasst. Ausgesucht hat ihn der freundliche Herr Eckmann vom gleichnamigen Weingeschäft in Pfullingen. Ein Tipp meiner Schwiegermutter ("da musst Du unbedingt mal hin, so ein netter junger Herr"). Mit meinen knappen Angaben ("Rotkraut, Schupfnudeln, Wild - österreichischer Wein) kam er schnell klar und zauberte den Zweigelt (und noch ein paar andere tolle Weine für andere Anlässe hervor). Der passt ganz ausgezeichnet dazu!

Danke meinen Mitstreiterinnen. Hat Spass gemacht, und ja ich würde es nochmals machen.
Auch im echten Leben :-)


Freitag, 26. Oktober 2012

Holzbackofen - ein kleines Update rund um den Ofen

Ich bin immer noch ganz begeistert von Eurem Feedback zu unserem Holzbackofen Abenteuer.
Es gab einige Fragen rund um den Ofen, auf die ich heute ganz gerne eingehen möchte.


Der Ofen hier ist ein Prototyp - und handgefertigt. Nicht vergeichbar mit den Holzbacköfen / Flammkuchenmodellen, die auch im Internet angeboten werden.

Das besondere an diesem Ofenbauer: ihr bekommt hier den Holzbackofen ganz nach Wunsch. Natürlich immer schon mit Schamottesteinen.
Aber egal ob Ihr ein spezielles Gewölbe wollt, ein Fenster in der Tür, andere Türgriffe - alles ist möglich, da er speziell für den Kunden handgefertigt wird.
Und zu einem Preis, den ich hier nicht nenne - aber meines Erachtens völlig in Ordnung ist, für ein solches Stück Handarbeit.

Zum Thema Außenverkleidung gab es auch eine Frage von Zorra: "rostet der Ofen". Ja, dieses Modell sicher irgendwann - aber es ist kein Problem ihn komplett rostfrei herzustellen.
Auch das ist wieder eine spannende Sache, das gibt's nur bei einer Maßanfertigung.
Dazu könnte man noch einen Blogschriftzug integrieren, alles möglich ;-)


Besonders vorteilhaft finde ich die Tatsache, dass man die Module - hier benötigt man (natürlich) mindestens zwei Sück auch problemlos von A nach B transportieren kann. Jedes Modul wiegt um die 50 kg und lässt sich so prima transporteren.

Wer also am Wochenende einfach mal losbacken möchte, kann diesen Ofen gerne mieten - schreibt mir eine E-Mail (feinschmeckerle äätt googlemail.com) und ich stelle Euch gerne einen Kontakt her. Geht natürlich besonders einfach im Raum Reutlingen / Metzingen / Stuttgart oder über die schwäbische Alb.

Ich freue mich schon aufs nächste Mal, wenn wir wieder loslegen und die Kitchenaid zum Schnaufen bringen ;-)

Mittwoch, 24. Oktober 2012

Schweizer Bürli aus dem Holzbackofen

Bei unserer Holzbackofen Backsesseion durften natürlich auch Brötchen nicht fehlen. Bei Rike von Lykkelig habe ich kürzlich Schweizer Bürli entdeckt, die mir sofort gefallen haben. Ich stehe ja total auf Backwaren, die nachts in Ruhe im Kühlschrank rasten.


Und ich muss sagen - diese einfachen Brötchen sind auch ohne Holzbackofen ab sofort bei mir im Dauerprogramm. Mal eben 4 Zutaten zusammenkneten, am nächsten Morgen backen - und schon hat man superleckere Frühstücksbrötchen!

Für 10 Bürli:
  • 340 ml lauwarmes Wasser in eine Schüssel geben
  • 20 g Hefe darin auflösen
  • 1,5 TL dazu geben
  • 500 g Weizenmehl (405) dazu geben und unterkneten
  • Teig abgedeckt in Kühlschrank geben und über Nacht gehen lassen
  • Am nächsten Tag Brötchen formen und bei 220 Grad ca. 20 Minuten backen
Quelle: Rike von Lykkelig

Sonntag, 21. Oktober 2012

Soulfood Klassiker: Lasagne

Wenn es um Lieblingsessen geht, darf Lasagne nicht fehlen. Soulfood pur, vor allem ideal im Herbst und Winter. Und prima vorzubereiten, wenn größere Gästescharen kommen. 

Es gab genau ein Restaurant, in dem ich gerne Lasagne gegessen habe. Das hat leider mittlerweile geschlossen und nun nach diversen Testläufen in italienischen Restaurants gibt's Lasagne nur noch zuhause. Was uns dort teilweise vorgesetzt wurde, entspricht nicht wirklich unseren Vorlieben...


Mein Lieblingsrezept stammt aus einem Uralt-Buch von GU und zwar "Echt italienisch kochen - Reizvolle Original-Rezepte und Küchentips". Das stammt von 1993 und hat neu ganze 3,95 DM gekostet.


Ich habe es zu WG-Zeiten ergattert und bin noch heute begeistert davon.
Die Fotos sind natürlich sehr "retro", ebenso die "Tips" (natürlich mit einem p ;-). So widmet die Autorin Frau Christl-Licosa der Beschaffung der seltenen Käsesorte "Mozzarella" eine ganze Spalte.
Ein echtes altes Schätzchen, das ich nicht missen möchte - genau das richtige für den schönen Blogevent von Bushcook und Zorra!


Bolognese:
  • 1 Zwiebel schälen
  • 1 Karotte putzen 
  • 1 Stange Sellerie putzen
  • 50 g Speck zusammen mit Zwiebel, Karotte, Sellerie klein würfeln
  • Unter 300 g gemischtes Hackfleisch mischen
  • 300 g Dosentomaten fein pürieren
  • In einer Kasserole 100 g Butter langsam erhitzen
  • Fleisch anrösten, bis es Farbe verloren hat
  • Mit 1 Tasse trockenem Rotwein aufgießen und rühren, bis dieser verdampft ist
  • 1/2 Tasse Fleischbrühe dazu geben, bei langsamer Hitze einköcheln lassen, nach und nach eine weitere halbe Tasse Brühe dazu geben
  • Ist auch diese verdampft, Tomaten untermischen
  • Salzen, Pfeffern und mit so viel Milch aufgießen bis alles bedeckt ist
  • Zugedeckt bei ganz milder Hitze 3 Stunden köcheln lassen
  • Bei Bedarf noch mit etwas Brühe oder Milch verdünnen
Béchamel:
  • 50 g Butter in einem Topf schmelzen
  • 50 g Mehl dazu geben und unter ständigem Rühren leicht anschwitzen lassen
  • Langsam 1/2 l Milch dazu geben und mit dem Schneebesen kräftig schlagen, um Klümpchen zu vermeiden
  • Mit Salz und Pfeffer würzen
  • Kurz aufkochen lassen
  • Bei Bedarf mit etwas Milch verdünnen, falls die Soße zu dick wird
Lasagne schichten:
  • Backofen auf 180 Grad vorheizen
  • Rechteckige Auflaufform mit etwas zerlassener Butter auspinseln
  • Mit einer Lage Lasagneblätter auslegen
  • Löffelweise Bolognese und Béchamelsauce darüber geben
  • Mozzarellastückchen dazwischen geben
  • Mit frisch gemahlenem schwarzen Pfeffer und Parmesan würzen
  • So oft wiederholen bis alle Zutaten aufgebraucht sind
  • Die letzte Nudelschicht muss gut mit Béchamelsauce bestrichen werden
  • Darüber reichlich Butterflöckchen verteilen
  • Im vorgeheizten Backofen je nach Höhe der Lasagne 30 - 40 Minuten garen

Seit Jahren ist diese Lasagne unsere Soulfood-Nr-1 :-)

Die Bolognese wird natürlich immer in größeren Mengen zubereitet und lässt sich wunderbar einfrieren. Damit man immer schnell fündig wird, wenn Soulfood mal wieder bitter nötig ist...!

Montag, 8. Oktober 2012

Metzinger Krautkuchen aus dem Holzbackofen



Ich bin immer noch ganz hin und weg von Eurem Feedback zu unserem ersten Holzbacktag. Danke dafür - und ich werde nach und nach noch offene Fragen und Mails beantworten.
Inzwischen haben wir gleich nochmal gebacken und so kam das Bloggen etwas zu kurz ;-)

Heute freue ich mich das  - bis dato - geheime Krautkuchenrezept von unser dritten Mitbäckerin S. zu veröffentlichen.
Sogar ich - nachweislich kein Kraut - oder Kohlfan war völlig hin und weg. Knuspriger Teig, würzige Krautfülle - einfach perfekt. Und ohne Krautkuchen darf bei uns in der Gegend kein Backtag zu Ende gehen... und gerne erfülle ich den Wunsch von Frau N. aus M., den Krautkuchen zuerst zu veröffentlichen :-)


Achtung: es geht schon am Vorabend los mit Kraut einweichen!

Einen Teig herstellen aus:
  • 75 g Dinkel geschrotet
  • 75 Roggen geschrotet
  • 150 g Roggenmehl (1150)
  • 900 g Dinkelmehl
  • 2 Würfel Hefe
  • 3 TL Salz
  • 2 EL Olivenöl
  • lauwarmes Wasser dazu geben (Menge nach Gefühl - so dass ein geschmeidiger Teig entsteht, der sich beim Kneten vom Topfrand löst...)
  • Teig gehen lassen, bis er sich verdoppelt hat
Wer bei der Menge Mehl einen Schreck bekommt...  damit kann man locker eine 32er Form auskleiden und 6 - 8 Dinkelweckle herstellen - die ebenfalls ganz ausgezeichnet schmecken!

 
Für die Füllung:
  • Am Tag davor:
  • 1 kg Kraut / Weißkohl (bei uns natürlich Filderkraut...;-)
  • Kraut mit sehr heißer Milch übergießen und über Nacht stehen lassen
  • Am Backtag Kraut ausdrücken
  • 2 Zwiebeln würfeln, in Öl andämpfen
  • Kraut dazu geben 
  • Je nach Konsistenz etwas Wasser dazu geben, weiterdämpfen
  • Mit Salz, Pfeffer und Kümmel großzügig abschmecken
  • 2 Becher Schmand und
  • 2 EL Mehl und
  • 2 Eier dazu geben
  • Alles vermischen und ...


... 45 Minuten bei 180 Grad backen, geht auch im normalen Ofen ;-)

Am besten lauwarm genießen!




 ... natürlich mit einem Glas Wein!


Das macht nicht nur Schwaben glücklich :-)

Und weil's prima passt, ist das gleichzeitig mein Beitrag für den Blogevent Weißkohl vom Gärtnerblog!

Weißkohl Rezept Blogevent