Freitag, 24. Dezember 2010

Frohe Weihnachten und einen guten Start ins Jahr 2011!

Montag, 13. Dezember 2010

Voll auf die Hüften: Schoko Kekse

Samstag, 20:15, ZDF - es sollte ein gemütlicher Fernsehabend mit Thomas Gottschalk werden. Der schnell von einem tragischen Unfall beendet wurde. 

Was tun? Kekse backen. Das geht immer und ist gut für die Nerven.
Die Kollegen freuen sind dankbare Ab-(in diesem Fall) Zunehmer.
Da es trotzdem einfach gehen sollte, kamen nur die Schoko Kekse in Frage. 

Für ca. 30 mittelgroße Cookies zuerst 400 g Butter, 200 g braunen Zucker, 2 Päckchen Vanillezucker, 2 Eier und eine Prise Salz schaumig rühren. 400 g Mehl und 2 Tl Backpulver untermischen. Jetzt darf die Schoki nicht mehr fehlen: 250 g Zartbitterschokolade im Blitzhacker zerkleinern (nicht zu lange - Schmelz-Gefahr!) und ebenfalls vorsichtig unterheben.


Backblech mit Backpapier auskleiden, mit zwei Löffeln kleine Kleckse vom Teig abstechen und gleichmäßig auf das Blech geben.

Achtung: die Cookies gehen mächtig auseinander (wie wir, wenn wir zu viel davon essen). Ordentlich Abstand halten und bei 175 Grad im vorgeheizten Ofen ca. 15 Minuten backen. Sie müssen leicht braun sein, dann sind sie fertig!

Wer es noch aushält sollte die Cookies einige Minuten auskühlen lassen - und dann darf endlich geschlemmt werden.

Sonntag, 12. Dezember 2010

Kartoffelsalat nach Oma Marie

Eine der schönen Kindheitserinnerungen an meine Oma ist der legendäre Kartoffelsalat.
Als kleines Mädchen sass ich in der Küche. Neben dem Ofen, der noch mit Holz befeuert wurde. Und dem riesigen Küchenbuffet mit vielen Schüten, in denen sich Mehl, Zucker und alles befand, was die schwäbische Hausfrau zum Kochen brauchte. Und daneben bereitete meine Oma Marie den leckeren Kartoffelsalat zu.

Die wichtigste Zutat sind ganz klar festkochenende Kartoffeln. Die wurden früher selbst angebaut und im tiefen Keller gelagert. Heute kann ich hierfür Siglinde Kartoffeln empfehlen - die sorgen dafür, dass der Salat garantiert nicht matschig wird.

Für 4 Personen nehme ich 1 kg festkochenende Kartoffeln. Nach dem Kochen werden diese leicht abgekühlt und dann noch lauwarm gepellt.

Wichtig - die Kartoffeln mit der Reibe rädeln, damit sie hauchdünn bleiben. Es gibt nichts schlimmeres, als riesige Kartoffelbrocken im Salat.


In der Zwischenzeit 400 ml Rinderfond aufkochen. Dazu 1 kleine, fein geschnittene Zwiebel, 4 EL Weißweinessig geben und kurz köcheln lassen.

Ich bin Liebhaberin der Kartoffelsalat-Schicht-Technik.

Bedeutet: ich rädle eine Lage Kartoffeln - darauf kommen ein paar Löffel Rinderfond-Essig-Sud, die Gewürze (Salz, Pfeffer, Majoran - ganz wichtig: Muskatnuss, 1 Prise Zucker).

So lange weiter schichten, bis der Sud verbraucht ist. Ich bilde mir ein, dass die Kartoffeln so schneller den Sud aufsaugen.

Danach etwas neutrales Sonnenblumenöl dazu geben.

Es ist völlig normal, dass der Salat noch etwas flüssig ist. Bis er richtig gut, also schlonzig ist, muss er einige Stunden ziehen. Ich esse ihn auch gerne am nächsten Tag!


Die perfekte Symbiose ergibt der Kartoffelsalat mit geschmälzten Maultaschen. Des Schwaben kleiner, kulinarischer Glücksmoment!

Maultaschen Reiners Art

Bei Maultaschen bin ich ziemlich wählerisch. Gar nicht geht die schwäbische "Volksnahrung", Maultaschen von Bürger. Und auch bei Metzger-Varianten habe ich immer ein bisschen das Gefühl, dass drin ist, was übrig war.

Eine Kollegin schwärmte immer wieder von Maultaschen Ihres Partners. So sehr, dass ich dachte: wenn der das schafft, bekomme ich das locker hin.

Auch wenn ich den Teig beim Dorf-Bäcker meines Vertrauens kaufe, ist das Ganze durchaus etwas zeitintensiv. Man sollte also gleich einen großen Schwung machen und Einfrieren.

Meine Erfahrung: selbst gemachte Maultaschen sind heiss begehrt - und im Nu weg, so dass letztendlich doch recht wenig zum Einfrieren bleibt.

Für ca. 1,5 kg Teig (oder wie die Schwaben sagen "Fülle") nehme ich 1,5 kg Hackfleisch (Rind & Schwein gemischt). Dazu kommen 4 altbackene Brötchen (in Milch eingeweicht und ausgedrückt), 2 Eier, 2 Eigelb (Eiweiss aufbewahren).

Je nach Region gibt es ganz unterschiedliche Füllungen. Ich nehme kein Brät, da ich das einfach nicht gerne esse - ist aber in einigen Gegenden Grundzutat. Meine Mutter gibt z.B. noch klein geschnittene Landjäger in den Teig, das schmeckt auch ausgezeichnet.
 
Reiner jedenfalls verzichtet darauf - und dem schliesse ich mich an.

Würfel von 2 Zwiebeln in wenig Butter in einer Pfanne schwenken, 1/2 Lauch (klein gehackt) dazu geben und ebenfalls leicht mit braten. 

Jetzt noch 3 Bund Petersilie fein hacken, 250 g jungen Spinat auftauen (ohne Rahm) und alles zusammen in die Rührschüssel geben.
Solche Teigmengen lassen sich toll mit der KitchenAid und dem Flachrührer verarbeiten.


Vor dem Vermengen ordentlich mit Salz, Pfeffer, Bio-Kräutersalz, einem Klacks Senf, Majoran und Paprikapulver würzen. Dann auf kleiner Stufe mischen, bis die Masse "Fleischküchle-Konsistenz" hat. Ist sie zu weich, selbst gemachte Semmelbrösel dazu geben.

Wichtig: vor dem Füllen unbedingt ein kleines Probe-Fleischküchle braten. So kann man prüfen, ob die Würze stimmt - meistens bin ich erst zu "zaghaft" und würze dann nochmals ordentlich nach.

Den Teig ausrollen. Ich bestreiche ihn komplett mit Eiweiss. Dann mit Abstand die Masse (z.B. mit Eiswürfelportionierer) darauf geben. Untere Teigseite umklappen und ggf. vorsichtig die Taschen nachformen, so dass die Füllung gut verteilt wird.

Die Maultaschen portioniert man erst mit dem Kochlöffel und schneidet die Teiglinge z.B. mit dem Pizzaschneider zu ordentlichen Maultaschen. 


Die Maultaschen in einen Topf mit kochender Fleischbrühe geben. Das gibt ihnen einen kräftigen Geschmack. 15 Minuten köcheln lassen und dann in kaltes Wasser geben, damit sie nicht kleben.


Geniessen kann man die Maultaschen pur - oder ....


... geschmälzt mit in Butter geschwenkten Zwiebeln und hausgemachtem Kartoffelsalat nach Oma Marie.


Lasst es Euch schmecken - oder wie die Schwaben sagen: "dr Honger treibts nei"!